Anarchie, Einfallsreichtum, schräge Figuren und Tempo – Katja Spitzer über "Hey, hey, hey, Taxi!"

Saša Stanišić hat sein erstes Kinderbuch »Hey, hey, hey, Taxi!« geschrieben – zusammen mit seinem Sohn! Gemeinsam haben sie sich die wildesten, verrücktesten, sprudelstenden Abenteuer ausgedacht, die man im Taxi so erleben kann. Die Illustratorin Katja Spitzer hat das Ganze mit Liebe zum Detail illustriert und die Figuren zum Leben erweckt. 

Wir haben mit Katja Spitzer über den Zeichenprozess, über Cameo-Auftritte und über das beliebte Käsetaxi gesprochen. Und am Ende gibt es ein kleines Gewinnspiel! 

Liebe Katja, was war das erste Bild, das dir in den Kopf kam, nachdem Du Sašas Text gelesen hattest? 

Katja: Das erste Lesen der Texte war fast wie ein kleiner Rausch. Die Texte haben teilweise eine irre Geschwindigkeit und ein Bild folgt dem nächsten. Die wuschige Riesenwelle, die den Hut zieht und grüßt, musste ich sofort skizzieren. Leider ist sie am Ende gar nicht im Buch gelandet.

Und was war die erste Zeichnung, die Du zum Buch gemacht hast? 

Katja: Das war die Zeichnung zu "Unsere Straßen". Das war auch das erste Bild, dass ich euch und Saša geschickt habe. Die Zeichnung sah aber am Anfang ganz anders aus und hat sich noch viele Male verändert. Die Grundkomposition ist geblieben, aber die Figuren waren noch nicht lebendig. 

 

Wie lief denn der Zeichenprozess für Dich genau ab? 

Katja: Ich habe immer wieder die Texte gelesen, Wörter und Passagen unterstrichen und kleine Zeichnungen und Anmerkungen gemacht. Dann hab ich überlegt, welches Bild für die jeweilige Geschichte spannend wäre. Interessant für mich zum Zeichnen und vor allem interessant für die Leser*innen. 

Dann war der Ablauf so wie bei den meisten meiner Projekte:

Ich mache grobe Bleistiftskizzen auf billigem Papier (gerne Reste oder Rückseiten). Die Skizzen scanne ich dann ein. Mit dem Zeichentablett geht es im Photoshop weiter. Ich arbeite eher langsam und verändere die Bilder ständig, bis ich zufrieden bin. Dann ist Zeit für Zweifel und Krisen. Ich denke bei jedem Projekt, dass das nie was wird. Dann erinnere ich mich, dass ich schonmal Bücher illustriert habe und dass das auch irgendwie geklappt hat und dann geht es wieder. Bei »Hey, hey, hey Taxi!« wusste ich nach etwa drei Bildern schon wo es ungefähr hingehen könnte. Das Anarchische, den Einfallsreichtum, die schrägen Figuren und das Tempo des Textes wollte ich unbedingt in die Bilder bringen.     

 

Gab es bestimmte Herausforderungen für Dich im Prozess?

Katja: Die Geschichten haben ganz unterschiedliche Textmengen. Dass aus Text und Bild eine Einheit und am Ende ein schönes Buch geworden ist, ist unserer wunderbaren Grafikdesignerin Paulina Pysz zu verdanken. Wir haben bereits vier Bücher zusammen gemacht und kennen uns sehr gut. Darum war es toll, dass sie auch hier die grafische Gestaltung übernommen und eng mit mir zusammen gearbeitet hat.  

Eine andere Besonderheit war das Tempo der Geschichten. An welcher Stelle verstärke ich mit der Illustration eine rasante Geschichte und wo biete ich mit dem Bild ein bisschen Ruhe und ein Innehalten an?

Hast Du eine Lieblingsgeschichte aus dem Buch? 

Katja: Ich mag alle Geschichten gern. Lieblinge sind vielleicht Käsetaxi, Kutsche, Riesling, Zwerge und Drache. Ich mag auch sehr gerne die Geschichte „Bus“. Die Mütze des Busfahrers wird zur Minidisko für Insekten. Als Figur ist mir der Zwerg Fieberthermometer sehr sympathisch, weil er gar nichts lernt und immer in Schlamassel gerät. Zum Glück hat er Leute, die ihn da raus holen. 

Hast Du eine Lieblingszeichnung aus dem Buch? 

Katja: Im Moment das Bild zu „Riesling, der sehr kleine Riese schon wieder“. Die Leute stehen so fröhlich und sehr eng zusammen und tanzen. Vielleicht weil ich das gerade sehr vermisse, mag ich das Bild so gern.

Wenn man genau hinguckt, haben ja einzelne reale Personen Cameo-Auftritte im Taxibuch. Magst Du das verraten? 

Katja: Sašas Sohn Nikolai kommt dreimal im Text vor, er ist ja auch der Co-Autor des Buches. (Odjo, Odjo und die Piraten, Odjo Odjo und die Tier-Kita und Zukunft

Außerdem hat Nikolai auch selbst mitgezeichnet! Ein Auto, das Nikolai gezeichnet hat, ist auf dem Buchrücken und im Vorsatzpapier. In der Geschichte „Bus“ tauchen einige Insekten von ihm auf.

Eventuell gibt es noch ein etwas verfremdetes Alter Ego von Saša, aber das kann jeder selbst herausfinden.

Mit welchem Taxi aus dem Buch würdest Du gern fahren? 

Katja: Natürlich mit dem Käsetaxi zum Mond, das wäre schon ziemlich toll.

Und was zeichnest Du als nächstes?  

Katja: Ich arbeite gerade an einem Buchcover, einem Tee-Etikett und an einem Bilderbuch nach einer eigenen Idee. Auf das Bilderbuch freue ich mich besonders. Denn es wird etwas völlig anderes als meine bisherigen Projekte.

Na, ebenso begeistert von den Zeichnungen von Katja Spitzer? Auf unserem Instagram-Kanal verlosen wir bei unserem neuen Post unter allen Kommentaren drei schöne Siebdrucke von Katja! 

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