Blog 2015

Ausschreibung: Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis "Afkat" 2018

Zum fünften Mal wird der Hamburger Graphic-Novel-Förderpreises AFKAT ausgeschrieben. Der oder die Gewinnerin werden wieder bei uns veröffentlicht. Der Preis richtet sich an Nachwuchskünstler aus dem Bereich Graphic Novel. Einsendeschluss ist der 15. Septmeber 2017.

Der Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis AFKAT wurde im Jahr 2011 von der Kanzlei Dr. Bahr ins Leben gerufen. Dem Gewinner winkt ein Publikationsvertrag und somit die Buch-Veröffentlichung der eingereichten Graphic Novel beim mairisch Verlag. Mehr Infos zu den Teilnahmebedingungen hier:

 

Teilnahmebedingungen

  • Keine thematische/altersmäßige/genrebezogene Beschränkung
  • Das eingereichte Werk sollte bisher unveröffentlicht sein.
  • Die Einsendung sollte abgeschlossen und vom Umfang für eine Buchveröffentlichung geeignet sein.
  • Einreichung kann per E-Mail (favorisiert) oder per Post erfolgen.
  • Per Mail an: info@dr-bahr.com, Betreff: "Afkat"
  • Per Post an: Kanzlei Dr. Bahr, Stichwort: "Afkat", Mittelweg 41a, 20148 Hamburg
  • Die Verkündung des Gewinners erfolgt im voraussichtlich im Januar 2016 auf der Homepage des Hamburger Graphic-Novel-Förderpreises – die Veröffentlichung der Graphic Novel ist zur Leipziger Buchmesse 2018 geplant.

 Alle weiteren Details gibt es unter www.afkat-foerderpreis.de

 

Die bisherigen Gewinner

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2016.

 

Sebastian Jung
Albert

 

 Deutschland, Ende der 1930er Jahre: Albert ist ein lebensfroher junger Mann, obwohl er früh seine Eltern verlor und sich immer wieder anpassen musste, um ein Zuhause zu finden. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, wird Albert eingezogen und kämpft als Soldat in Norwegen und Russland. Er überlebt, wenn auch nur knapp und schwer verwundet. Endlich wieder in die Heimat zurückgekehrt, verstummt Albert allerdings nicht wie so viele andere seiner Generation, sondern wird zum vehementen Kriegsgegner, der immer wieder davon berichtet, was ihm widerfahren ist. Und er wird zum liebenden Familienvater, der in der jungen Bundesrepublik auch viel Wundervolles erlebt.

 

 

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2015.

 

Raphaela Buder
Die Wurzeln der Lena Siebert

 

"Die sind böse. Die verfolgen uns. Aber wir haben keine Angst. Roar!"

 

Die kleine Lena wächst alleine bei ihrer Mutter auf. Zusammen backen sie Kuchen, gehen ins Einkaufszentrum und träumen davon, irgendwann nach Amerika auszuwandern. Doch Lenas Mutter wittert überall Verschwörungen, jeder scheint auf einmal bei den »Scientogen« zu sein. Irgendwann ist es dann zu viel: Als die Mutter sich auf der Straße mit einer Frau anlegt und handgreiflich wird, schalten sich Polizei und Jugendamt ein, Lenas Mutter muss in eine Klinik – und Lena kommt zu einer Pflegefamilie.

 

 

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2014.

 

Sohyun Jung
Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen

 

"Mein Kind, der Kimchi ist die Seele der koreanischen Kultur.
Alles, was du brauchst, um ihn zuzubereiten, ist ..."          

Kimchi ist das koreanische Nationalgericht, er besteht aus eingelegtem, gesalzenem, chilischarfem Weißkohl. Und Hana, eine junge Koreanerin, die in eine deutsche Großstadt zieht, bekommt nach ihren ersten Erfahrungen mit der fremden Küche schnell Heimweh - und einen großen Hunger auf Kimchi. Doch wie bekommt man in Deutschland guten Kimchi? Genau: Gar nicht. Also macht sich Hana auf den Weg und versucht, Kimchi selbst zuzubereiten.

 

 

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2012.


Tilo Richter & Jan Kottisch
Flash Preußen

 

Flash Preußen, der Superheld in Badehose, ist in Aufruhr:
Eine letzte Aufgabe liegt noch vor ihm, bevor er abtreten kann. Zusammen mit seiner Nachbarin Simone begibt er sich in seine Vergangenheit — auf der Suche nach etwas, das er als Kind verloren hat, und das ihn seitdem nicht mehr loslässt.

Sonderpreis des Graphic Novel-Preises AFKAT 2012.

 

Karin Kraemer
Das Mädchen ohne Hände
Illustriert nach einem Märchen der Brüder Grimm

 

Ein armer Müller telefoniert mit dem Teufel, der ihn reich machen will im Tausch gegen das, was hinter seiner Mühle ist. Der Müller, der denkt, es ginge um den Apfelbaum, geht auf den Tausch ein – und weiß nicht, dass seine Tochter auch hinter der Mühle steht. Für sie beginnt nun eine lange Reise.

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mairisch goes Amsterdam!

Im Februar 2016 wagen wir ein Experiment: Wir ziehen mit dem ganzen Verlag für einen Monat in die Niederlande!

 


Käse, Tulpen, Grachten — diese Bilder der Niederlande kennt jeder. Aber was macht eigentlich die niederländische Literaturwelt? Welche spannenden Autoren gibt es, welche Verlage und Magazine arbeiten am Puls der Zeit, welche Themen sind vielleicht auch für deutsche Leser interessant?


2016 werden die Niederlande und Flandern Gastland auf der Frankfurter Buchmesse sein. Wir haben uns gedacht: Wenn schon kennenlernen, dann richtig. Also machen wir uns auf zur Klassenfahrt und verlegen im kommenden Februar unseren Verlagssitz kurzerhand nach Amsterdam!


In unserem Blog werden wir einen ganzen Monat lang täglich in ausführlichen Interviews und Artikeln Protagonisten der niederländischen Literaturszene vorstellen — Autoren, Buchhändler, Verleger, Lektoren, Veranstalter, Agenten, Magazinmacher und viele andere. Außerdem wollen wir berichten, was sich kulturell sonst dort tut, was es mit Belgien, Flandern und dem Sprachengewirr auf sich hat, welche Kneipen, Cafés und Veranstaltungsorte wir entdecken und welches Bier aus Belgien jetzt nun wirklich das beste ist.

Kurzum: Wir wollen uns ein umfassendes Bild machen von dem, was im holländischen Sprachraum los ist und laden Sie und Euch ein, uns dabei zu begleiten! — Ab 8. Februar 2016 hier im Blog!

 

Viele Grüße,

mairisch

 

 Daniel Beskos

Peter Reichenbach

Blanka Stolz

Stefanie Ericke-Keidtel

Hannah Zirkler


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"About Songs & Books" Releaseparty

Am 04.09.2015 fand im gemeinsamen Ladenbüro von mairisch Verlag und DevilDuck Records die Releaseparty der "About Songs & Books"-Platte statt. Mit Lesung von Benjamin Maack, Konzert von Max Paul Maria und vielen netten Gästen. Video: Christoph Harder.
Mehr zur Platte: http://www.mairisch.de/programm/mairisch-verlag-devilduck-records-about-songs-books/


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Neu im mairisch Verlag: SPRING-Magazin

Das Illustrationsmagazin SPRING wurde 2004 von einem Kollektiv aus Zeichnerinnen gegründet. Seitdem erscheint jedes Jahr im Sommer ein neuer Band der Anthologie, der die unterschiedlichsten Arbeiten aus den Bereichen Comic, Illustration und freier Zeichnung zu jeweils einem Thema bündelt.

SPRING #12 - "Privée" erscheint nun am 1. September 2015, erstmals in Zusammenarbeit mit dem mairisch Verlag.

 

Über SPRING #12

Das Leben ist auf zwei Kartons verteilt: Auf dem einen steht öffentlich, auf dem anderen privat. Während der öffentliche Karton zuweilen ein bisschen wie ein Grabbeltisch im Kaufhaus wirkt – jeder kann darin herumwühlen, wie er will –, steht in dieser zwölften SPRING-Ausgabe vor allem der private Karton im Mittelpunkt: Jene Seite von uns, die wir nur mit ausgewählten Menschen teilen und die voller Geheimnisse steckt. Auf welchen der beiden Kartons wir wie viel verteilen, steht uns natürlich frei. Aber ist die Summe der beiden nun bei jedem Menschen gleich? Haben also alle Leben das gleiche Volumen? Oder gibt es kleinere und größere Leben?

 

Vielleicht findet sich die Antwort auf diese Frage in diesem Heft. Mit Sicherheit werden darin noch weitere, nicht minder prekäre Fragen erörtert, manch seltsame Äußerung gewagt und verschiedene irritierende Umstände offen gelegt. Viel Vergnügen beim Wühlen.

 

Die Zeichnerinnen dieser Ausgabe sind Ludmilla Bartscht, Larissa Bertonasco, Almuth Ertl, Katia Fouquet, Katharina Gschwendtner, Line Hoven, Carolin Löbbert, Ulli Lust, Sophia Martineck, MOKI, Nina Pagalies, Katrin Stangl, Maria Luisa Witte und Stephanie Wunderlich.

 

SPRING # 12 erscheint offiziell am 1. September 2015, ist aber jetzt schon bestellbar über unseren Webshop.

 

 

Am 4. Juli fand die Release Party der 12ten Ausgabe statt, zugleich wurde damit auch die Ausstellung der teilnehmenden Zeichnerinnen (4.–25. Juli) bei Feinkunst Krüger in Hamburg eröffnet.

Das Ausstellungskonzept war diesmal, dass jede Teilnehmerin eine vom Format und den Proportionen her einer Spring-Magazinseite entsprechenden große Wandfläche zur freien Verfügung bekam und diese selbst gestaltete. Spannend daran war, das Konzept einer Magazingestaltung in den Raum zu übertragen.

 

 

Mehr Infos zu SPRING bei uns und unter www.springmagazin.de.



 

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Ausschreibung: Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis "Afkat" 2016

Zum vierten Mal wird der Hamburger Graphic-Novel-Förderpreises AFKAT ausgeschrieben. Der oder die Gewinnerin werden wieder bei uns veröffentlicht. Der Preis richtet sich an Nachwuchskünstler aus dem Bereich Graphic Novel. Einsendeschluss ist der 11. Oktober 2015.

Der Hamburger Graphic-Novel-Förderpreis AFKAT wurde im Jahr 2011 von der Kanzlei Dr. Bahr ins Leben gerufen. Dem Gewinner winkt ein Publikationsvertrag und somit die Buch-Veröffentlichung der eingereichten Graphic Novel beim mairisch Verlag. Mehr Infos zu den Teilnahmebedingungen hier:

 

Teilnahmebedingungen

  • Keine thematische/altersmäßige/genrebezogene Beschränkung
  • Das eingereichte Werk sollte bisher unveröffentlicht sein.
  • Die Einsendung sollte abgeschlossen und vom Umfang für eine Buchveröffentlichung geeignet sein.
  • Einreichung kann per E-Mail (favorisiert) oder per Post erfolgen.
  • Per Mail an: info@dr-bahr.com, Betreff: "Afkat"
  • Per Post an: Kanzlei Dr. Bahr, Stichwort: "Afkat", Mittelweg 41a, 20148 Hamburg
  • Die Verkündung des Gewinners erfolgt im voraussichtlich im Januar 2016 auf der Homepage des Hamburger Graphic-Novel-Förderpreises – die Veröffentlichung der Graphic Novel ist zur Leipziger Buchmesse 2016 geplant.

 Alle weiteren Details gibt es unter www.afkat-foerderpreis.de

 

Die bisherigen Gewinner

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2015.

 

Raphaela Buder
Die Wurzeln der Lena Siebert

 

"Die sind böse. Die verfolgen uns. Aber wir haben keine Angst. Roar!"

 

Die kleine Lena wächst alleine bei ihrer Mutter auf. Zusammen backen sie Kuchen, gehen ins Einkaufszentrum und träumen davon, irgendwann nach Amerika auszuwandern. Doch Lenas Mutter wittert überall Verschwörungen, jeder scheint auf einmal bei den »Scientogen« zu sein. Irgendwann ist es dann zu viel: Als die Mutter sich auf der Straße mit einer Frau anlegt und handgreiflich wird, schalten sich Polizei und Jugendamt ein, Lenas Mutter muss in eine Klinik – und Lena kommt zu einer Pflegefamilie.

 

 

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2014.

 

Sohyun Jung
Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen

 

"Mein Kind, der Kimchi ist die Seele der koreanischen Kultur.
Alles, was du brauchst, um ihn zuzubereiten, ist ..."          

Kimchi ist das koreanische Nationalgericht, er besteht aus eingelegtem, gesalzenem, chilischarfem Weißkohl. Und Hana, eine junge Koreanerin, die in eine deutsche Großstadt zieht, bekommt nach ihren ersten Erfahrungen mit der fremden Küche schnell Heimweh - und einen großen Hunger auf Kimchi. Doch wie bekommt man in Deutschland guten Kimchi? Genau: Gar nicht. Also macht sich Hana auf den Weg und versucht, Kimchi selbst zuzubereiten.

 

 

Sieger des Graphic Novel-Preises AFKAT 2012.


Tilo Richter & Jan Kottisch
Flash Preußen

 

Flash Preußen, der Superheld in Badehose, ist in Aufruhr:
Eine letzte Aufgabe liegt noch vor ihm, bevor er abtreten kann. Zusammen mit seiner Nachbarin Simone begibt er sich in seine Vergangenheit — auf der Suche nach etwas, das er als Kind verloren hat, und das ihn seitdem nicht mehr loslässt.

Sonderpreis des Graphic Novel-Preises AFKAT 2012.

 

Karin Kraemer
Das Mädchen ohne Hände
Illustriert nach einem Märchen der Brüder Grimm

 

Ein armer Müller telefoniert mit dem Teufel, der ihn reich machen will im Tausch gegen das, was hinter seiner Mühle ist. Der Müller, der denkt, es ginge um den Apfelbaum, geht auf den Tausch ein – und weiß nicht, dass seine Tochter auch hinter der Mühle steht. Für sie beginnt nun eine lange Reise.

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K.-H. Zillmer-Verlegerpreis an Daniel Beskos und Peter Reichenbach

Daniel Beskos & Peter Reichenbah (Foto: Andreas Hornoff)
Daniel Beskos & Peter Reichenbah (Foto: Andreas Hornoff)


Tolle Nachrichten erreichten uns gestern: Wir werden mit dem K.-H. Zillmer-Verlegerpreis ausgezeichnet! Dieser Preis ehrt alle zwei Jahre Personen "für herausragenden verlegerischen Idealismus und verlegerischen Mut“ und ist mit 10.000 Euro dotiert.

In diesem Jahr geht der Preis zum ersten Mal an einen Hamburger Verlag. Frühere Preisträger waren u.a. Andreas Rötzer (Matthes & Seitz), Heinrich von Berenberg (Berenberg Verlag), Michael Zöllner (Tropen) und Katharina Wagenbach-Wolff (Friedenauer Presse).

Aus der Jury-Begründung: „Daniel Beskos und Peter Reichenbach veröffentlichen nur, was ihnen am Herzen liegt, und das sind seit 2010 neben Romanen und Erzählbänden auch Sachbücher, Hörspiele, Graphic Novels und Musik. mairisch fertigt nicht nur ausgesprochen schöne Bücher, sondern ist auch mit Lesungsreihen in der Hamburger Literaturszene gestaltend aktiv. Begeistert von der Literatur als Kunst, hat sich mairisch zum lebendigsten Hamburger Verlag für literarische Neuerscheinungen entwickelt. Zudem ist der Verlag eine wichtige organisatorische Kraft innerhalb der Szene unabhängiger deutscher Verlage, 2013 rief er den Indiebookday ins Leben.“

Der Jury gehören Prof. Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), Dr. Thomas André (Hamburger Abendblatt), Birgit Politycki (Politycki & Partner), Stephan Samtleben (Buchhandlung Samtleben) und Dr. Wolfgang Schömel (Kulturbehörde Hamburg) an. Der Preis wird am 15. Juli feierlich im Hamburger Warburg-Haus durch die Hamburger Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler überreicht, Benjamin Maack und Spaceman Spiff präsentieren neue Texte und Songs.



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"Am liebsten NIE wieder ohne Cello!" - Spaceman Spiff im Kurzinterview

Konzertfotos von Andreas Hornoff

12 Konzerte in 16 Tagen hat Spaceman Spiff mit seiner „Praktikantin“ Clara am Cello im April gespielt und wunderbare Erinnerungen mitgenommen. Während der kurzen Verschnaufpause vor den 4 letzten Konzerten haben wir Spaceman Spiff ein paar Fragen zur Tour gestellt.



Was war dein schönstes Erlebnis auf der Tour?

Da gab es natürlich so einige... hm, ich hab ja zum ersten Mal Konzerte in der Schweiz gespielt. Das war schon super. Die Abstände sind dort ja nicht so riesig und da hatten wir dann jeden Tag Zeit uns in Ruhe das wunderschöne Zürich, Bern und Basel anzugucken und n'bisschen durch die Innenstädte zu bummeln. Das schönste Konzerterlebnis war aber wohl als in Lüneburg auf einmal der ganze Salon Hansen mehrstimmig "Teesatz" mitgesungen hat. Da haben Clara und ich glaub ich beide Gänsehaut bekommen. Achja und in Kiel hab ich ein komplettes Konzert in Badeshorts gespielt, das war auch mal ne schöne Abwechslung.



Welches war dein Lieblingskonzert und warum?

Hui, schwierige Frage. Die Konzerte sind ja total verschieden... vor über 500 Leuten in Hamburg und vor 80 Leuten in Greifswald spielen, das kann man gar nicht so richtig miteinander vergleichen. Das Besondere bei dieser Tour ist eher, dass es bis jetzt noch keinen wirklichen Reinfall gab. Normalerweise hat man eigentlich immer mindestens ein Konzert dabei, das nicht so prall läuft oder wo irgendwer in der Reisegruppe nicht so gut drauf ist. Das war dieses mal nicht der Fall.


Vorher
Vorher
Nachher
Nachher


Was waren die dümmsten/lustigsten Zuschauersprüche?

In Oberhausen hatten zwei Menschen (ich glaube es war ein Pärchen) Stress miteinander und das Ganze ist dann in ein ziemliches Geschrei samt gefühlter Fast-Schlägerei ausgeartet. Find ich ja eigentlich ganz geil, dass bei nem Spaceman Spiff Konzert nicht nur so songwriter-schluffi-friede-freude-eierkuchen angesagt ist, sondern auch mal die Emotionen hochkochen.


Was nimmst du von der Tour mit?

... dass man nur mit ner Gitarre und nem Cello (am liebsten NIE wieder ohne Cello!) schon ziemlich viel anstellen kann und dass diese Spaceman-Nummer nach all den Bandtouren so halb-solo und runtergebrochen schon auch immer noch seine Daseinsberechtigung hat und echt einfach nochmal ein völlig anderes, näheres Konzertgefühl ist.

Und natürlich, dass ich auf der Bühne erstaunlich viel weniger schwitze, wenn ich mir die Schuhe ausziehe und einfach barfuss spiele. Das hat wirklich mein persönliches Konzertwohlbefinden revolutioniert ...



Lieber Hannes, vielen Dank für das Interview!


 

Weitere Tourtermine:

13.05. Dresden - Scheune
15.05. Jena - Rosenkeller
16.05. Berlin - Privatclub (ausverkauft)
20.08. Berlin - Privatclub (zusatzkonzert)
22.05. Würzburg - Cairo

01.06. Ludwigsburg - Literatur-Café
11.06. Münster - Juwi Fest (mit Band)
12.06. Wiesbaden - Schlachthof (mit Band)
13.06. Marburg - KFZ (mit Band)
15.06. Mannheim - Schillertage
16.06. Reutlingen - Franzk
18.07. Trier - Sound & Vision
01.08. Zell - Lott festival (mit Band)
19.08. Leipzig - Liedermacherfestival


 

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"Es geht um das Wunderbare" - Michael Weins und Katharina Gschwendtner im Interview

Von Peter Reichenbach und Hannah Zirkler


Am 21. März, rechtzeitig zum Indiebookday, erschien das Buch "Sie träumt von Pferden. Geschichten mit Tieren" mit wunderbar phantastischen Erzählungen von Michael Weins und liebevollen Illustrationen von Katharina Gschwendtner.

Das Buch ist eine gelungene Verbindung von Text und Bild, dem man die Liebe zu beidem sofort anmerkt. In einem Interview haben wir beiden ein paar Fragen rund um das Buch gestellt.

 

Bei der Release-Lesung hier bei uns im Laden hast du, Katharina, ein Foto von deiner ersten Begegnung mit Michael Weins gezeigt, da ist er als Döner verkleidet, während er vorliest. Habt ihr an diesem Abend beschlossen ein Buch zusammen zu machen, oder wie kam es zur Zusammenarbeit?

 

Katharina Gschwendtner: Tatsächlich! Die jungen Autoren traten mit Fladenbrot auf dem Kopf im Rahmen einer Ausstellung der Künstlergruppe "Fleisch" auf, deren Mitglied ich war. Insofern war konzeptionell alles auf einer Linie. Das war 1997! Tatsächlich hatten wir damals die Idee einer Zusammenarbeit. Die Idee wurde durch alle möglichen Aktionen abgelöst. Ich beendete mein Studium und begann anschließend, vor allem für Zeitungen und Magazine zu zeichnen. Mir macht das nach wie vor großen Spaß! Aber je länger ich in diesem schnelllebigen Bereich arbeitete, erwuchs der Wunsch nach langlebigen Veröffentlichungen. Ich bin Mitherausgeberin von Spring, einem Magazin für Zeichnung und Bilderzählung. Das ist auf jeden Fall eine Plattform, die ich als Ergänzung genieße. 2014 entstand eine Zusammenarbeit von Spring mit einigen Autoren, wobei Michael und ich uns einander wieder begegneten. Wir griffen die Idee sofort wieder auf und wussten, dass wir ein Buch zusammen machen wollten. mairisch fand die Idee auch überzeugend und so ging alles seinen Lauf.

 

Michael Weins: Ich fand Katharinas Sachen schon 1997 toll, so viel erinnere ich, trotz des Döners auf dem Kopf. Wir wollten dann im Jahr 2000 gemeinsam ein Buch machen, aber es hat aus dubiosen Gründen nicht geklappt. Im Sommer 2014 trafen wir uns wieder, und ich hatte diese Konzept-Kurzgeschichtensammlung in der Schublade, die wie die Faust aufs Auge zu passen schien.

Seid ihr mit dem fertigen Buch zufrieden? Ist es so geworden, wie ihr es euch gewünscht habt?

 

Katharina Gschwendtner: "Sie träumt von Pferden" ist mein erstes umfangreich illustriertes Buch. Und wie das mit Büchern so ist, sie sind schließlich emotional aufgeladene Dinge, so bin ich erst mal noch unverschämt stolz darauf. Das Buch besteht ja aus verschiedenen Anteilen. Die Texte haben mich sehr berührt und im selben Maße inspiriert. Das ist ein großes Glück und nicht selbstverständlich! Für die Zeichnungen blieben mir sechs Wochen, weil das Buch zum Messetermin gedruckt sein musste. Aus dieser kurzen Zeit wollte ich alles rausholen, was in meinen Möglichkeiten lag. Ich habe hochkonzentriert und um größte Präzision bemüht gearbeitet. Die Arbeit der Grafikerin Carolin Rauen trägt ebenso einen großen Anteil dazu bei, dass das Endprodukt eine runde schöne Sache geworden ist.

 

Michael Weins: Ich bin wirklich auch sehr zufrieden! Großen Dank für dieses schöne Objekt an alle Beteiligten, an Caro, Daniel und Peter. Und natürlich Katharina.

 

Könntet ihr euch vorstellen, noch weitere gemeinsame Projekte zu machen? Habt ihr etwas aus der gemeinsame Arbeit gelernt? Der Autor von der Künstlerin und umgekehrt?

 

Katharina Gschwendtner: Ich kann mir eine weitere Zusammenarbeit sehr gut vorstellen. Mich würde es reizen, einen einzigen Text noch reicher zu bebildern, vielleicht sogar in Form eines Comics. Für Erwachsene oder auch für Kinder. Ich habe auf jeden Fall Gefallen daran gefunden, Bücher zu machen! Und ich habe gelernt, dass ein strenges Gegenüber, wie ein Text, der mich als Mensch berührt und dem ich gerecht werden will, mich präziser werden lässt.

 

Michael Weins: Wir haben gerade kurz über die Idee eines illustrierten Romans nachgedacht, zwischen Bushaltestelle und Ampel stehend, aber dann ist die Ampel grün geworden. Die Zusammenarbeit ist sicher noch nicht ausgereizt. Beim nächsten Mal dann von Anfang an zusammen konzipiert, mit viel Zeit fürs gemeinsame Lernen und gegenseitige Einflussnehmen. Ich weiß jetzt immerhin, dass das älteste Lebewesen der Welt ein Schwamm ist. Behauptet zumindest Katharina.

 

Michael, das Konzept von "Sie träumt mit Pferden" ist ja, dass in jeder Erzählung ein Tier vorkommt. Heißt das, dass dich in letzter Zeit vor allem Tiere interessiert haben, oder wie entstand dieses Konzept?

 

Michael Weins: Eigentlich interessiere ich mich gar nicht so für Tiere. Aber ich interessiere mich schon lange für die Texte der Gebrüder Grimm, für diese brutalen, radikal klaren, tiefen, archetypischen Texte. Für ihre Märchen. Und ich wollte auch Texte mit diesem Charakter schreiben. Wenn man aber Märchen sagt, dann sagen viele Leute: Bäh, uncool, verzärtelt, für Kinder. Das wollte ich vermeiden. Deshalb Tiere. Denn die Märchen der Grimms sind ja oft Geschichten mit Tieren. Es geht um das Wunderbare, die wundersame Begegnung. Und ein Stilmittel sind die Tiere.

 

Eine andere Gemeinsamkeit der Erzählungen ist ja, dass es immer einen Punkt gibt, an dem man nicht mehr so genau weiß, ob das jetzt noch Wirklichkeit ist oder schon Traum und damit eigentlich beide Zustände hinterfragt. Ist es dieser Effekt, der dich am meisten fasziniert hat?

 

Michael Weins: Mich interessiert es grundsätzlich, wenn sich plötzlich irgendwo eine Lücke auftut, ein Loch, eine zweite Bedeutungsebene, am besten im Alltag. Wenn unklar wird, was wirklich ist und was nicht wirklich. Oder überwirklich. Das heißt, ich mag das, solange mir das Gefühl von Kontrolle nicht völlig abhanden kommt. Deshalb versuche ich, solche Effekte auch in den Texten zu gestalten.


Könntest du dir vorstellen, dass die ein oder andere Erzählung einen Roman ergeben könnte, oder sind sie für dich abgeschlossen und genau richtig so?

 

Michael Weins: Bei einer Geschichte im Buch handelt es sich tatsächlich um einen Romananfang. Um zwei Kapitel aus einem Roman, den ich nicht schreiben konnte. Den ich irgendwann in die Schublade gelegt habe, weil ich dachte, ich beherrsche die Geschichte nicht. Noch nicht? Der Rest ist so, wie er sein soll. Gerade die ganz kurzen.

 

Hast du eine Lieblingserzählung im Buch und wenn ja, welche und warum?

 

Michael Weins: Ich habe zwei Lieblingserzählungen. Schweine und die Rumpelstelze. Bei der Rumpelstelze war ich selbst überrascht von der Kaltschnäuzigkeit des Mädchens und vom vertrottelten Humor des Vogels, von ihrer sonderbaren Übereinkunft und Komplizenschaft. Da mag ich den Dialog vor dem Hintergrund des finsteren Themas, der wie fremd geschenkt zu mir kam. Die reden da, nicht ich.

Und bei den Schweinen rührt mich selbst als vaterlos aufgewachsenes Kind die Auseinandersetzung dieses Jungen mit seinem Vater und die seltsam luziden letzten Absätze, von denen ich auch ganz verschwurbelt sagen würde, das da plötzlich etwas in mir aus mir heraus geschrieben hat, und nicht mehr ursächlich mein bewusstes Ich. Wenn so etwas beim Schreiben passiert, wenn sich der Rausch einstellt und es sich von selbst schreibt: das mag ich.


Katharina, das Cover des Buches und einige andere Illustrationen im Buch erinnern stark an Scheerenschnitte. Kann man sagen, dass sie die grundlegende Inspiration für den Stil in „Sie träumt von Pferden“ sind?

 

Katharina Gschwendtner: Ich habe mich für einen Scherenschnitt als Cover-Illustration entschieden, weil diese Form der flächigen Gestaltung wesentlich plakativer ist und somit eine bessere Fernwirkung erzielt. Im Buch selbst finden sich kaum weitere Scherenschnitte, aber für die Unterkapitel fand ich diese Technik ebenso passend und konsequent. Die linearen Zeichnungen im Innenteil lassen durch Details und Struktur mehr Ausformulierung zu. Hier geht es nicht um schnelle Lesbarkeit, sondern um Tiefe und geistigen Raum. Die feineren Zeichnungen sind darauf angelegt, in ihnen zu verweilen. Die Wahl des Scherenschnitts hatte eine ganz pragmatische Motivation. Ich wollte, dass das Buch aus der Entfernung oder in der Verkleinerung schick aussieht und man es in die Hand nehmen möchte.


Bei den meisten Illustrationen erkennt man Figuren/Tiere wieder, die auch in der Geschichte vorgekommen sind, doch sie erzählen eigentlich noch eine weitere Geschichte, eine Geschichte, die aus dem Text hinausweist, war das deine Intention?

 

Katharina Gschwendtner: Es kann in der Illustration nie um pure Abbildung des Erzählten gehen. Ich bin keine Storyboard-Zeichnerin. In einigen Geschichten geschieht vordergründig weniger, die Akteure sind offene Fragen. Wie kann also ein intensiv durchlebter innerer Konflikt dargestellt werden? Eine Bildidee entsteht, wenn ich finde, sie trifft den Punkt. Ich kann einer Figur eine Vergangenheit zeichnen, die den Text nicht stört, aber Vertrautheit zwischen Leser und Figur schafft. Manchmal erfinde ich Lösungen für eine Figur, die sie noch nicht gefunden hat. Das funktioniert natürlich nur, weil auch der Leser ahnt, dass dies eine mögliche Fortführung ist, und dass sie gut ist. Die Beziehung von Text und Bild muss beiden Bewegungsraum geben. Das ist wie beim Paartanz, womit wir wieder beim Cover wären.

 

Hast du eine Lieblingserzählung im Buch und wenn ja, welche und warum?

 

Katharina Gschwendtner: Ich mag es, wie kraftvoll der Junge, der die Schweine hütet, sich seiner Verzweiflung hingibt. Er hadert, er erkennt, dass er in einer Welt lebt, in der man nicht ohne Schuld sein kann. Da gibt es keine Moral, keine Lösung. Und doch erlebt er pure Liebe. Für mich spiegelt diese Geschichte das Schicksal des Menschen erschütternd und doch tröstlich wider.


Vielen Dank für das Gespräch!

 


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Spaceman Spiff auf Tour mit Cello

 

Kaum ist Spaceman Spiff wieder im Lande und die Koffer ausgepackt, geht es für ihn gleich ab morgen gemeinsam mit der lieben Clara am Cello auf Semi-Solo-Tour durch Deutschland und der Schweiz.

 

Tickets für einen Abend mit den beiden gibt es hier.

 

Und sehen könnt ihr sie hier:

 

15.04. München - Ampere
16.04. Baden (CH) - Cava Bar

17.04. Bern (CH) - Ono Bar
18.04. Basel (CH) - Lady Bar
21.04. Kiel - Schaubude
22.04. Hamburg - Knust
24.04. Lüneburg - Salon Hansen

25.04. Greifswald - Sotano
27.04. Leipzig - Werk 2
28.04. Stuttgart - 1210
29.04. Köln - Gebäude 9 (hochverlegt vom Blue Shell)
30.04. Oberhausen - Druckluft
13.05. Dresden - Scheune
15.05. Jena - Rosenkeller
16.05. Berlin - Privatclub
22.05.Würzburg - Cairo
01.06. Ludwigsburg - Literatur-café (solo)
12.06. Wiesbaden - Schlachthof (mit Band)
13.06. Marburg - KFZ (mit Band)
16.06. Reutlingen - FranzK (Duo)

 

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"Zeichnung und Text nahtlos verbinden" - Interview mit Raphaela Buder

Raphaela Buder gewann mit ihrer Graphic Novel „Die Wurzeln der Lena Siebert“ in diesem Jahr den Graphic-Novel-Förderpreis AFKAT und somit auch eine Veröffentlichung im mairisch Verlag. Am 21. März ist dieses tolle Buch nun endlich erschienen. Wir haben der Illustratorin ein paar Fragen zu ihrer Person und ihrer Graphic Novel gestellt.

Infos zum Buch gibt es hier.

 

Raphaela Buder wurde 1987 in Berlin geboren. Sie studierte Kommunikationsdesign an der Burg Giebichenstein in Halle und macht zurzeit den Master in Illustration an der Universität der Künste Berlin.

Raphaela, deine Graphic Novel „Die Wurzeln der Lena Siebert“ hat den Graphic-Novel-Preis AFKAT gewonnen und damit eine Veröffentlichung bei uns. Jetzt ist das fertige Buch bei dir angekommen. Wie findest du es, ist es so geworden, wie du es erwartet hast?

 

Das Buch ist sogar noch besser geworden, als ich es erwartet hatte. Im Besonderen die Idee von Carolin Rauen, das Cover auf farbiges Papier zu drucken, war sehr gut. Die Lachs-Farbe erzählt etwas über die Stimmung der Geschichte und fügt dem Buch in diesem Sinne etwas hinzu. Ich bin sehr zufrieden.

 

Wie entstand die Geschichte zu Lena Siebert? Bzw. was war zuerst da, die Zeichnungen oder die Geschichte?

 

Die Geschichte war zu erst da. Darauf folgten die Zeichnungen. Die Figur der Lena Siebert orientiert sich an den Erlebnissen meiner Nichte. Die Geschichte basiert also auf einer wahren Begebenheit. Und dennoch sind alle Figuren und Handlungen fiktiv, genauso wie die Umgebung, die Einrichtung in den Räumen, etc.

Für die Geschichte habe ich lange recherchiert und mich mit dem Themen „Kinder mit psychisch kranken Eltern“ und „Kinder in Pflegefamilien“ intensiv beschäftigt.

Mich bewegt die Frage, wie Kinder mit existenzgefährdenden Situationen umgehen, was es für sie bedeutet, Bezugspunkte, also Sicherheit und Vertrauen zu verlieren, welche Verhaltensmuster sie aufgrund von Verlust und Unsicherheit entwickeln und wie sich ihre Wurzeln auf ihr gesamtes Leben auswirken.

Die Intention der Geschichte lag darin, die Zwiespältigkeit der Hauptfigur zu erzählen. Also die Liebe und auch die Abhängigkeit Lenas zu und von ihrer Mutter, die einerseits identitätsbildend für Lena ist und sie andererseits traumatisiert. Und wie Lena es schafft, sich auf kindliche Art aus diesem Zwiespalt zu befreien.

 

Wie kamst du zum Zeichnen und was genau fasziniert dich an Graphic Novels?

 

Nun, ich denke, ich bin zum Zeichnen gekommen, wie alle anderen auch: Durch das Buntstift-Gekritzel als Kind. Nur habe ich nie mit dem Zeichnen aufgehört. Zum Comic bin ich allerdings erst im sechsten Semester an der Burg Giebichenstein gekommen. Mehr oder weniger durch Zufall. Und hätte mein Professor Georg Barber mich damals nicht zum Comiczeichnen ausdrücklich ermutigt, dann hätte ich es vielleicht bei einigen Strips belassen. Mit seiner Ermunterung habe ich mich dann in die Welt des Comic hineinfallen lassen, und das war eine Offenbarung. Ich hatte das Medium gefunden, das es mir erlaubte, Zeichnung und Text nahtlos miteinander zu verbinden. Hier liegt für mich die große Faszination. Denn mir hatte bis dato weder die Zeichnung noch das Geschichten schreiben alleine gereicht. Jetzt aber konnte ich beide Ausdrucksmöglichkeiten miteinander kombinieren und nicht nur kurze und einfache, sondern lange und komplexe Geschichten erzählen.

 

„Die Wurzeln der Lena Siebert“ ist ganz in schwarz-grau-weiß gehalten und sehr aufwendig schraffiert, was sehr gut zum Inhalt passt. Trotzdem, gab es mal die Überlegung, auch Farben einzusetzen? Wie bewusst wählt man den Stil?

 

Sicherlich gab es hin und wieder einen Gedanken an die Farbe, allerdings zu einem Zeitpunkt, wo ich schon mitten im Zeichenprozess war und da hielt ich es für sinnvoller, den begonnenen Stil konsequent durchzuhalten.

Wie bewusst wählt man den Stil? Ich habe für „Die Wurzeln der Lena Siebert“ etwas gesucht, was still ist und trotzdem deutlich oder eindeutig. Etwas das Klarheit hat und dennoch vibriert. Die Entscheidung zur Bleistift-Monochromie entstand trotzdem mehr unbewusst aus diesen Gedanken.

Unabhängig von meiner Geschichte hat mich damals die Monochromie und der Bleistift gereizt. Ich wollte mich daran abarbeiten und austesten, wohin ich es damit bringen kann. Nachdem das Buch fertig war, habe ich die vierzig Bleistiftstummel weggeworfen und mir vorgenommen, nur noch einen Pinsel in die Hand zu nehmen.

Ich gehe, was die Stilmittel anbelangt, auch von meinem persönlichen Interesse aus. Dennoch versuche ich, das Medium, sei es Bleistift, Tusche oder Acryl, immer im Sinne des zu zeichnenden Inhalts einzusetzen. Es bleibt ein Mittel zum Zweck, denn der Inhalt ist das Wichtigste. Wenn der Inhalt nicht transportiert wird, dann nützt mir die aufregendste Aquarell- oder Bleistift-Zeichnung nichts. In dieser Hinsicht ist der Stil in gewisser Weise zweitrangig.

 

 

Wie entsteht eine Graphic Novel? Gibt es da eine bestimmte Vorgehensweise? Wie lange hat es gedauert, sie zu zeichnen?

 

In meinem Fall war zuerst die Geschichte da. Das heißt, die Ahnung von einer Geschichte. Es gab Erinnerungen an konkrete Vorfälle, die ich in eine Geschichte umwandeln wollte. Ich begann also, alles Mögliche zu meinem Thema zu recherchieren. Dann entwickelte ich die Figuren und begann parallel zu schreiben. Der Schreibprozess ist mühsam. Man beginnt immer wieder von vorne, streicht oder fügt hinzu, so lange, bis man eine schlüssige, dramaturgisch sinnvolle Geschichte hat. Auf Basis dieses Skripts entwerfe ich dann die Vorzeichnung. Das Storyboard überspringe ich oft. Dafür arbeite ich sehr lange an der Vorzeichnung und ändere sie so oft, bis der Comic lesbar und verständlich ist. Auf die ausgearbeitete Vorzeichnung folgt die Reinzeichnung. Wenn ich alle Seiten gezeichnet habe, lasse ich die Arbeit ein bisschen liegen, um der „Betriebsblindheit“ entgegenzuwirken und schaue sie dann noch einige Male genau an. Dann findet man immer noch Rhythmus-Fehler und andere Unstimmigkeiten. Für die „Wurzeln der Lena Siebert“ habe ich von der ersten Idee bis zum letzten Strich ein Jahr gebraucht.

 

Andreas Platthaus lobt das Buch und schreibt: „Ein weiser Comic. Ein schöner sowieso.“ Planst du jetzt weitere Graphic Novels? Oder wie geht es für dich in naher Zukunft weiter?

 

Momentan arbeite ich an zwei großen und einem kleineren Comic-Projekt. Das erste Projekt, eine Comic-Reportage über ein Obdachlosenheim, steht kurz vor der Storyboard-Phase. Das zweite Projekt wird ein biografisches Comic über einen sehr beeindruckenden Mann. Es befindet sich noch in der Recherche-Phase. Das dritte Projekt ist eine Comic-Adaption des letzten Kapitels aus Matthias Jüglers Roman „Raubfischen“.

 

Hast du eine Lieblings-Graphic-Novel?


Eine? Viele! Momentan lese ich „Stiche“ von David Small und Paula Bullings „Im Land der Frühaufsteher“. Außerdem bin ich seit Kurzem ein großer Fan von Herr Seele`s „Cowboy Henk“.


Danke fürs Gespräch!

 

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mairisch goes Indiebookday 2015!

Dieses Jahr hat uns beim Indiebookday vor allem überrascht, wie viel Resonanz es im Buchhandel, aber auch im Ausland gab. Die Veranstaltung wächst und wächst - Danke Euch allen fürs Mitmachen!

 

Auch die mairisch-Gang hat sich natürlich Bücher besorgt - so sieht's aus:

 

Stefanie Ericke-Keidtel:


"Kleiner Strubbel. Trubel im Gemüsebeet"

von Céline Fraipont, Pierre Bailly

Übersetzung aus dem Französischen von Volker Zimmermann


erschienen bei reprodukt

Judith von Ahn:


"Immer schon vegan. Traditionelle Rezepte aus aller Welt"

von Katharina Seiser und Vanessa Maas

 

erschienen bei Brandstätter

Annegret Schenkel:


"Im Jahr des Hasendrachen. Zwei weitere chinesische Jahre"

von Christian Y. Schmidt

 

erschienen im Verbrecher Verlag

Hannah Zirkler:


"Toller Ort. Hamburgs beste Läden & Adressen"

von Chris Campe

 

erschienen im Junius Verlag

Carolin Rauen:

 

"Theorien der Passivität"

Herausgegeben von Kathrin Busch und Helmut Traxler


erschienen im Wilhelm Fink Verlag

Peter Reichenbach:


"Die Hörspiele: Kommt ein Zirkus ins Dorf. Der Sonntagsspaziergang"

von Peter Kurzeck

 

erschienen im Stroemfeld Verlag

Blanka Stolz:


"Fragmente"

von Emrah Serbes, aus dem Türkischen von Selma Wels

erschienen bei binooki

Karen Köhler:


"Morbus"

von Nora Gomringer


erschienen bei Voland & Quist

Daniel Beskos:


"Vater und Sohn unterwegs"

von Heðin Brús

Übersetzung aus dem Färöischen von Richard Kölbl

 

erschienen im Guggolz Verlag

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Crowdfunding-Aktion: "Vergiss nicht das Salz auszuwaschen" von Soyhun Jung

Da die 1. Auflage der Graphic Novel "Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen" von Sohyun Jung ruck zuck ausverkauft war, starten wir nun eine Crowdfunding-Aktion zur Finanzierung der 2. Auflage (denn der Druck ist leider sehr teuer...)


Dabei kann man jetzt tolle Pakete ergattern: Neben signierten Exemplaren und exklusiven Tickets zur Präsentation der Graphic Novel bei uns im Ladenbüro gibt es auch 11 einzigartige Originalzeichnungen aus dem Buch!

Alles Einzelstücke - also am besten schnell sein!

 

Hier geht es zur Aktion:

https://www.startnext.com/sohyun-jung-graphicnovel

Im Buch geht es um Kimchi, das koreanische Nationalgericht, das aus eingelegtem, gesalzenem, chilischarfem Weißkohl besteht und um Hana, eine junge Koreanerin, die in eine deutsche Großstadt zieht und nach ihren ersten Erfahrungen mit der fremden Küche schnell Heimweh bekommt - und einen großen Hunger auf Kimchi. Doch wie bekommt man in Deutschland guten Kimchi? Genau: Gar nicht.

Also macht sich Hana auf den Weg und versucht, Kimchi selbst zuzubereiten. Doch es schmeckt nicht wie zu Hause und Youtube entpuppt sich nicht gerade als verlässlicher Kochberater. Erst mit Hilfe ihrer Mutter, die nächtens aus dem fernen Korea durch den Laptop in die Wohnung ihrer Tochter steigt, entsteht zuletzt doch noch der perfekte Kimchi, mit allen Tricks und geheimen Kniffen.
Und das Rezept dazu bekommt man im Buch gleich mit.

Sohyun Jung nutzt alle Möglichkeiten der Graphic Novel - Traum, Innenwelt und Realität vermischen sich immer wieder ganz selbstverständlich, da fliegen Menschen wie bei Chagall, bedrohlichen Nachtschwärzen folgen helle Passagen von feinem Humor. Die Geschichte erzählt vom Heimweh und vom Neustart in der Fremde, von Familie, Wärme und dem Erwachsenwerden - all das verpackt im Geheimnis eines guten Kimchis.

Dieses Buch wurde mit dem Graphic-Novel-Förderpreis AFKAT 2014 ausgezeichnet.

 

Und das sagt die Presse darüber:

 

"Mal füllt sie die ganze Seite bis an den Rand, mal stellt sie Einzelzeichnungen mitten auf den freien Raum. Eine Traumsequenz ist blau aquarelliert, der Rest schwarzgrau. Ihre Mittel beherrscht die einunddreißigjährige Koreanerin perfekt."

Andreas Platthaus, FAZ-Blog

 

"Die Südkoreanerin Sohyun Jung nimmt die Leser (...) mit auf eine fantastische Bilderreise in die koreanische Küche. (...) Assoziativ, fantasievoll und voller Witz."

Michael Brake, ZEIT-Magazin

 

"Was an dieser Bilder-Geschichte viel Freude bereitet, ist nicht nur die Aussicht auf eine kulinarische Horizonterweiterung, sondern der lässige Malstil, eine Art Punk-Aquarell in Tusche sowie die Ausflüge ins Surreale. Da steigt die Mama aus dem Bildschirm. . . Und mit etwas Fantasie hat man den Geruch von Kimchi in der Nase."

Pascal Cames, Der Sonntag

 

"Wunderbar illustriert, mit leichter Hand getuscht, dem Aquarell verwandt und überhaupt nicht streng linear oder gar comichaft gezeichnet."

Frank Keil, Welt am Sonntag

 

"Die kleine Reise in die koreanische Küche, die die Autorin und Zeichnerin mit uns unternimmt, berührt vor allem wegen der vielseitigen Emotionalität ihrer Bilder. Die besondere Qualität von Idee und Umsetzung wurde mit dem AFKAT-Förderpreis 2014 zu Recht belohnt."

Susan Gamper, Titel-Magazin


Hier einige Eindrücke davon:

 

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns bei dieser Aktion unterstützt und so die 2. Auflage dieser tollen Graphic Novel möglich macht!
https://www.startnext.com/sohyun-jung-graphicnovel

 

 

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