Blog 2012

Lieblingsbuchhandlungen (3): ebertundweber

 Als Indie-Verlag und auch als Leser begeistern uns ja immer wieder bestimmte Buchhandlungen. Daher möchten wir gerne in unserer neuen Serie unsere Lieblingsbuchhandlungen vorstellen, die wir uneingeschränkt empfehlen können - weil sich hier eine wohlsortierte Auswahl mit buchhändlerischer Kompetenz kombiniert, und das Ganze auch noch ansprechend präsentiert. Viel Spaß!

ebertundweber Buchhandlung
Falckensteinstraße 44
10997 Berlin
www.ebertundweber.de

Wir sprachen mit  Jessica Ebert und Katja Weber. 1.) Was ist das Besondere an Eurer Buchhandlung? Was sind die Schwerpunkte im Sortiment?
Unsere Buchhandlung zeichnet sich durch eine feine, kleine Auswahl aus. Wir führen viele kleine unabhängige deutschsprachige Verlage, dazu außerdem alles andere, was uns interessant erscheint; von Kochbuch, Kinderbuch bis englischsprachiges Buch, über tolle Grafik und schöne andere Dinge.

2.) Seit wann gibt es die Buchhandlung & wieviele Leute arbeiten dort?
ebertundweber gibt es seit Oktober 2006, wir machen den Laden zu zweit. Ab 2013 haben wir eine Teilzeitangestellte.

3.) Wonach kaufen Kunden ein? - Spielt der Verlagsname bei der Kaufentscheidung eine Rolle? Oder der Autor? Das Cover?
Unsere Kunden kaufen sehr unterschiedlich ein. Viele wissen, was sie möchten, viele möchten von uns beraten werden, viele lassen sich von unserem Sortiment inspirieren.
Der verlagsname spielt nur bei den kleinen, unabhängigen eine Rolle, da gibt es echte Fans der jeweiligen Verlage. Der Autor spielt selbstverständlich beim Kauf eine große Rolle und das Cover entscheidet extrem beim Einkauf unserer Kunden.

4.) Wieviele Bücher aus dem Sortiment habt ihr selbst gelesen?
Wie viele Bücher haben wir gelesen…? Am liebsten alle, aber leider schaffen wir das nicht …


5.) Wie präsentiert ihr die Bücher? Habt ihr eine "Indie-Ecke", spezielle "Verlagstische", Themenschwerpunkte o.ä.?
Wir präsentieren unsere kleinen Verlage sehr üppig mit eigenen Regalen im vorderen Bereich des Ladens, ansonsten sortieren wir nach Themen und bemühen uns, sehr vieles frontal zu zeigen.

6.) Gibt es bestimmte (Promo)-Aktionen, vielleicht auch in Kooperation mit Verlagen, die bei euch besonders gut funktioniert haben?
Nö.

7.) Warum haltet ihr es für wichtig, dass Leser ihre Bücher in Buchhandlungen kaufen?
Wir haben ein sehr persönliches, freundschaftliches Verhältnis zu unseren Kunden. Wir entdecken immer wieder tolle Bücher, aber auch Produkte für unsere Kunden, die in dieser Mischung bestimmt nicht online zu finden sind.

8.) Wie geht ihr mit dem Thema E-Book um?
Wir haben unsere kunden mit einer Anleitung, die wir ins Fenster gehängt haben, aufgeklärt, wie sie auch über unseren Webshop E-books kaufen können. Ansonsten denken wir, dass viele unserer Bücher durch ihre Schönheit unersetzbar sind.

9.) Habt ihr eine Empfehlung / ein aktuelles Lieblingsbuch?
Arezu Weitholz, Wenn die Nacht am stillsten ist und Michael Weins, Lazyboy.


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Lieblingsbuchhandlungen (2): Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Leipzig

Als Indie-Verlag und auch als Leser begeistern uns ja immer wieder bestimmte Buchhandlungen. Daher möchten wir gerne in unserer neuen Serie unsere Lieblingsbuchhandlungen vorstellen. Viel Spaß!

Connewitzer Verlagsbuchhandlung
Schuhmachergäßchen 4
04109 Leipzig
www.cvb.de

 

Wir sprachen mit Irina Kramp und Peter Hinke.

 

Was ist das Besondere an Eurer Buchhandlung? Was sind die Schwerpunkte im Sortiment?
Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung ist die einzige inhabergeführte Buchhandlung in der Leipziger Innenstadt. Unser Laden ist 200 m² groß und erstreckt sich über zwei Etagen. Sehr gelobt werden wir immer für unsere Einrichtung: Holz – vom Boden bis zur Decke, alles extra für den Laden angefertigt und eingepasst. In unserer 1. Etage gibt es außerdem ein Sofa, das komplett aus Büchern gebaut ist.

Eine Seite unseres Erdgeschosses ist komplett der Backlist vorbehalten – die wir als sehr wichtig empfinden und dementsprechend pflegen. Das gesamte Sortiment ist handverlesen, wobei wir eindeutig belletristiklastig sind. Aber es gibt auch ein separates Lyrikregal, die lieferbaren Bände der Insel-Bücherei und der Bibliothek Suhrkamp, ausgewählte Krimi- und Sachbuchnovitäten.

Breiten Raum nehmen bei uns die Bücher unabhängiger Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein – für sie haben wir einen extra Bereich reserviert, in dem jeder Verlag sein eigenes Regal hat, so dass alle Titel eines Verlages zusammen präsentiert werden. Der Schatz unserer 1. Etage ist unsere große Englischabteilung. Dort findet man neben der Seminarlektüre der Anglisten und Amerikanisten der Universität Leipzig Neuerscheinungen, aber auch Bücher zur Sprach- und Literaturwissenschaft, Landeskunde, Geschichte und herzzerreißend schöne Kinderbücher.


Und wie es unser Name verrät, verlegen wir eigene Bücher. Unser Programm beinhaltet sowohl regionale  – die Werkausgabe der sächsischen Mundartdichterin Lene Voigt erscheint zum Beispiel in unserem Verlag – als auch literarische Titel.

2005 erhielt unser Buch „Mit einem Reh kommt Ilka ins Merkur. Leipziger Gedichte“, das von Thomas Müller illustriert ist, von der Stiftung Buchkunst den 1. Preis im Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“. Da waren wir platt und stolz wie Bolle! Und haben flugs eine zweite Auflage gemacht. Mit der „Edition Wörtersee“, gestaltet von André Göhlich, haben wir ebenfalls seit 2005 eine Reihe für zeitgenössische Lyrik und Kurzprosa in modernem Gewand. Überhaupt arbeiten wir gern mit Leuten aus Leipzig und dem Potential unserer Stadt: Satz und Gestaltung, Druck und Bindung, Auslieferung – alles wird in Leipzig und von LeipzigerInnen und solchen, die es mittlerweile geworden sind, erledigt.

Seit wann gibt es die Buchhandlung & wie viele Leute arbeiten dort?
Gegründet wurde die Connewitzer Verlagsbuchhandlung 1990 im Leipziger Stadtteil Connewitz, wo sie bis Ende 1994 ihren Sitz hatte. Unser Logo ziert noch heute das Connewitzer Kreuz, welches seit 1496 als Weichbildzeichen das heutige Viertel markiert. Seit 1992 gab es eine Filiale in der Messehofpassage in der Leipziger Innenstadt – die Connewitzer Stadtbuchhandlung. 1995 erfolgte dann der Umzug in die Räumlichkeiten im Specks Hof, wo man uns auch heute noch findet. Außerdem gibt es mit dem „Wörtersee“ seit 2005 eine Filiale im Petersteinweg.
Unser Team besteht aus neun Leuten.

Wonach kaufen Kunden ein? - Spielt der Verlagsname bei der Kaufentscheidung eine Rolle? Oder der Autor? Das Cover?
Ui – eine schwere Frage. Die meisten Kunden kommen mittlerweile mit sehr klaren Vorstellungen, welches Buch Sie kaufen wollen. Meist haben Sie darüber gelesen oder davon gehört. Wir hoffen immer, dass der Inhalt die zentrale Rolle beim Kauf eines Buches spielt, wissen aber auch, dass es bei bestimmten AutorInnen eine Fankultur gibt. Gerade bei den Büchern unabhängiger Verlage spielt das Stöbern, Anfassen, Reinlesen, überhaupt das Entdecken eine große Rolle. „Schön“ gemachte, illustrierte und ungewöhnlich gestaltete Bücher verleiten auf alle Fälle mindestens zu einem Blick hinein, manchmal zu mehr ...


Wie viele Bücher aus dem Sortiment habt ihr selbst gelesen?
Wenn man alle KollegInnen zusammen nimmt, kommen wir auf ca. 75 Prozent.

Wie präsentiert ihr die Bücher? Habt ihr eine "Indie-Ecke", spezielle "Verlagstische", Themenschwerpunkte o.ä.?
In unseren Regalen präsentieren wir die Bücher „normal“, d.h. von den meisten ist „nur“ der Rücken zu sehen. Daneben haben wir verschiedene Tische, auf denen die Novitäten im Hardcover und im Taschenbuch, illustrierte Bücher und Aktionen, z.B. die Jubiläumsbände zum 100. Geburtstag der Insel-Bücherei, ausgelegt werden.
Für die unabhängigen Verlage ist ein spezieller Bereich reserviert – sie stehen freundschaftlich beieinander. Die Bücher der unabhängigen Verlage werden verlagsweise präsentiert – damit unsere KundInnen sich einen Überblick über das jeweilige Programm verschaffen können. Übrigens haben wir bei den „Indies“ durchaus den Anspruch der Vollständigkeit – bei uns findet man (meistens) alle lieferbaren Bücher des jeweiligen Verlages. Von uns wird unsere „Indie-Ecke“ liebevoll „die lieben Sieben“ genannt – nach der Anzahl der unabhängigen Verlage, mit deren Präsentation wir 2006 angefangen haben. Mittlerweile ist unsere „Indie-Ecke“ auf zwölf Verlage gewachsen – schön kuschelig und absolut aufregend dort!

Gibt es bestimmte (Promo)-Aktionen, vielleicht auch in Kooperation mit Verlagen, die bei euch besonders gut funktioniert haben?
Sehr positive, manchmal fast ehrfürchtige Rückmeldungen bekommen wir für unsere Regale mit den lieferbaren Bänden der Insel-Bücherei, der Bibliothek Suhrkamp und der Manesse Bibliothek der Weltliteratur. Unser Ziel für 2013: Zuwachs und Ergänzung – die Bände der Anderen Bibliothek.

Warum haltet ihr es für wichtig, dass Leser ihre Bücher in Buchhandlungen kaufen?
- Na, weil das so herrlich Old School ist!
- Und weil der Mensch ein soziales Tier ist!
- Und weil Kommunikation Aufgabe bleiben muss (frei zitiert nach Michael Ebmeyer)!
- Und weil alle Menschen Impulse von außen brauchen!
- Und weil wir unseren Beruf sehr gern haben und nur ungern aussterben wollen (und wenn, dann nur unter lautstarkem Protest und wildem Gezeter von Angesicht zu Angesicht)!
- Und weil wir uns bei der Auswahl unseres Sortiments, bei der Gestaltung des Ladens und unserer Schaufenster große Mühe geben und manchmal auch mühen!
- Und weil unsere Empfehlungen ‚echt‘ sind und nicht aus/ von einem Algorithmus gespeist!

Wie geht ihr mit dem Thema E-Book um?
Eindeutig zu lax! So „richtig“ und umfassend haben wir uns damit noch nicht beschäftigt. Immerhin haben aber auch wir schon die ersten E-Books an eine Kundin verkauft.
Spaß beiseite: Da müssen wir echt mal ran – auch im Selbsttest!

Habt ihr eine Empfehlung / ein aktuelles Lieblingsbuch?
Aus unserem eigenen Programm ganz klar: „Rückkehr in die Nacht“ – eine Story von Clemens Meyer, illustriert von Phillip Janta (http://www.janta-island.de), die Anfang 2013 erscheint.

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Lieblingsbuchhandlungen (1): cohen + dobernigg

Als Indie-Verlag und auch als Leser begeistern uns ja immer wieder bestimmte Buchhandlungen. Daher möchten wir gerne in unserer neuen Serie unsere Lieblingsbuchhandlungen vorstellen, die wir uneingeschränkt empfehlen können - weil sich hier eine wohlsortierte Auswahl mit buchhändlerischer Kompetenz kombiniert, und das Ganze auch noch ansprechend präsentiert. Viel Spaß!

cohen + dobernigg BUCHHANDEL
Sternstraße 4
20357 Hamburg
www.codobuch.de

 

Wir sprachen mit John Cohen.

 

Was ist das Besondere an Eurer Buchhandlung? Was sind die Schwerpunkte im Sortiment?
Wir geben dem alten Medium Buch eine zeitgemäße Plattform. Jenseits des Massenmainstream steht unsere Buchhandlung für Bücher mit Qualität aus großen und kleinen Verlagen. Die Schwerpunkte im Sortiment sind unterhaltende anspruchsvolle Belletristik und alle Belange urbaner Kultur wie Pop, Musik, Film, Theater, Fotografie, Urban Art, Design, Denken usw.

Seit wann gibt es die Buchhandlung & wieviele Leute arbeiten dort?
Es gibt uns seit 2002 und wir sind insgesamt 6 Menschen hier.

Wonach kaufen Kunden ein? - Spielt der Verlagsname bei der Kaufentscheidung eine Rolle? Oder der Autor? Das Cover?
Eine Mischung aus Vorinformiertheit, unseren persönlichen Empfehlungen, Autoren, Verlagen und visuellen Eindrücken. Da ist alles dabei.

Wieviele Bücher aus dem Sortiment habt ihr selbst gelesen?
Wahrscheinlich einige Hundert insgesamt.

Wie präsentiert ihr die Bücher? Habt ihr eine "Indie-Ecke", spezielle "Verlagstische", Themenschwerpunkte o.ä.?
Wir präsentieren einen großen Teil der Bücher auf unserem runden Büchertresen. Sortiert sind sie rein nach Themengebieten. Es gibt keine Indie-Ecke, da dies für uns nicht eine Qualität an sich bedeutet. Ein Verleger sagte mal so schön, dass die Bücher bei uns demokratisch nebeneinander liegen, jedes hat die gleiche Chance. Wir verzichten bewusst komplett auf Werbemaßnahmen der Verlage wie Plakate oder Banner. Das reine Buch steht im Mittelpunkt.

Gibt es bestimmte (Promo)-Aktionen, vielleicht auch in Kooperation mit Verlagen, die bei euch besonders gut funktioniert haben?
Wir veranstalten regelmäßig Lesungen und auch Verlagspräsentationen bei uns. Und wir haben immer unsere fünf ausgewählten Perlen des Monats, die wir selbst besonders toll finden und deshalb auf einem eigenen Tisch präsentieren.

Wie geht ihr mit dem Thema E-Book um?
Es gibt die Möglichkeit, über unseren Web-Shop E-Books zu bestellen. Wir gehen das Thema aber nicht offensiv an, da wir uns eher als Spezialisten für das gedruckte Buch sehen.

Habt ihr eine Empfehlung / ein aktuelles Lieblingsbuch?
Haben wir immer, jeder Mitarbeiter natürlich auch ganz persönlich und eigentlich auch immer mehr als eines. Aber Vea Kaisers "Blasmusikpop" ist zurzeit ein Liebling aller im Hause und soll deshalb hier erwähnt sein. Im Übrigen wird sie am 7. Dezember bei uns aus ihrem tollen Debütroman lesen.

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Indie-Musik: Streaming ist keine Lösung

Na klar: Künstler haben schon immer prekär gelebt, gerade im Indie-Bereich. Nur wenige Ausnahmen wurden in den vergangenen Jahrzehnten mit Musik reich. Und die "illegalen" Downloads schienen das Geldverdienen im Musikbereich vollends unmöglich zu machen.

 

Dann jedoch kamen die ersten legalen Plattformen auf, und inzwischen gibt es mit Simfy, Spotify, Napster oder Musicload eine ganze Reihe vielgenutzter Streamingplattformen. Und alle verkünden: Wir entlohnen die Künstler und Labels fair.


Doch in der letzten Zeit tauchen öfter Berichte auf, dass aktuell angesagte Bands finanziell am Ende sind, obwohl alles blendend zu laufen scheint: Schon etwas länger her ist dieser Artikel, in dem Berlins Indie-Hipster Bodi Bill ihre Finanzen offen legen - und man dann doch schluckt, wie wenig Geld da so raus kommt. Vor kurzem hat dann die Süddeutsche Zeitung über Grizzly Bear berichtet und auch die Problematik der geringen Streaming-Verdienste angesprochen.

Und jetzt hört man auch noch von Chan Marshall aka Cat Power, dass Sie pleite ist und sich weder Europa-Tour noch gesundheitliche Behandlung leisten kann.

 

Nun soll es hier nicht grundsätzlich darum gehen, das Indie-Musikertum als finanziell unmöglich darzustellen. Aber wir möchten doch zumindest einmal darauf hinweisen, dass die oben genannten Streaming-Dienste a la Spotify (das auch viele unserer Freunde und Bekannten intensiv nutzen) auf keinen Fall eine faire Lösung für die Entlohnung von Musikern sein können. Und nur, weil es diese Dienste jetzt sozusagen legal ermöglichen, sich alle Musik der Welt kostenlos anzuhören, heißt das nicht, dass man das auch mit gutem Gewissen tun kann. Denn dass die ca. 5,- bis 10,- Euro, die die meisten Plattformen monatlich kosten, deutlich weniger sind als das, was man früher in Musikkäufe investiert hat, ist ja wohl jedem selbst klar.

 

Auch, wenn wir selbst natürlich vorwiegend ein Buchverlag sind und ins Musik-Veröffentlichen nur mal hin und wieder die Nase stecken, können wir uns doch ein ziemlich genaues Bild von der Situation einiger Musik machen. "Richtige" Labels machen da sicher ganz ähnliche Erfahrungen.

 

Dazu einfach mal konkrete Zahlen, die wir frisch aus unserer letzten Jahresabrechnung ziehen konnten:

Unsere Musikveröffentlichungen wurden 2011 insgesamt ca. 8000 Mal gestreamt. Und das quer über alle Plattformen. also inkl. Napster, Spotify, Simfy usw. Der Erlös dafür liegt gerade mal bei 41,84 Euro. Das sind pro Song 0,005 Euro. Und zwar ist das der Label-Erlös. Der Künstler kriegt davon in der Regel nur einen Bruchteil.

 

Jetzt muss man das mal mit den Erlösen aus CD-Verkäufen in Relation setzen: Auch hier kriegt der Künstler nur einen Bruchteil vom Ladenpreis, aber pro verkaufter CD landen durchschnittlich immerhin ca. 2,50 Euro beim Musiker/bzw. der Band (Man sieht: Solokünstler verdienen leichter Geld). Das ist schon superwenig, wenn man sich überlegt, dass die meisten Indie-Bands weit unter 10.000 Einheiten verkaufen. Und nur alle zwei bis drei Jahre ein neues Album aufnehmen. Wenn eine Band nun aus vier Mitgliedern besteht, alle zwei Jahre ein Album aufnimmt und je 10.000 Einheiten verkauft, dann verdienen die Mitglieder pro Jahr nur ca. 3125 Euro aus CD-Verkäufen! Das verdienen normale Menschen im Monat.

(Zum Nachrechnen:

10.0000 Einheiten x 2,50 Euro = 25.000,- Euro

Durch 4 Bandmitglieder = 6250,- Euro

Durch 2 Jahre = 3125,- Euro)

Um das nun mit den Streaming-Einkünften vergleichen zu können, muss man sich überlegen, wie oft man ein Album im Durchschnitt hört. Klar, Lieblings-Alben hört man im Laufe der Jahre hunderte Male, aber viele Alben hört man ja deutlich weniger. Sagen wir also, ein Album hat 12 Songs und man hört es sich im Schnitt 15 mal an, dann sind das:

12 Songs x 15 = 180.

 

Nimmt man nun für diese 180 "Anhörvorgänge" (also: Streams) den Streaming-Honorarsatz von 0,005 Euro pro Song an, so sind das 0,90 Euro für das Label, pro Album. Wieviel der Künstler nun davon abkriegt, hängt natürlich davon ab, was er mit dem Label vereinbart hat. Aber sagen wir mal: Er kriegt bei einem netten Label 25% der Streaming-Einkünfte, dann sind das hier: 0,225 Euro.

Und genau das ist der Wert, den man mit den 2,50 Euro aus den CD-Einkünften in Relation setzen muss: 0,225 Euro. Das ist weniger als ein Zehntel! Das heißt, die schon nicht sehr lukrativen CD-Verkäufe waren immer noch 10 mal besser als die Streamingplattformen. Oder anders: Wie soll man davon leben?

 

Das soll jetzt keine Anklage sein. Wir wissen auch, dass man über Streamingplattformen leicht neue Musik entdecken kann, die man sonst eben gar nicht gekauft hätte. Aber: So lange die Plattformen nicht deutlich mehr zahlen und man sich als Hörer nur darauf verlässt, dass die Künstler ja bezahlt werden, und dann seine gesamten Musikbedarf über Streamingplattformen deckt - dann wird das alles noch richtig gefährlich für die Musiker.

 

Lieber also: MP3 kaufen. Oder: Gleiche ne schöne LP. Mit kostenlosem Download-Code. Ui!



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24 Lesungen in 24 Stunden - Benjamin Maack und sein Buchpremieren-"Monster"-Marathon

Das Buch heißt "Monster". Da bleibt Benjamin Maack ja eigentlich fast nichts übrig, als eine Buchpremiere der Superlative rauszuhauen:

24 Lesungen in 24 Stunden wird er machen. Kommt man damit eigentlich ins Guinness-Buch?

Und damit das Ganze auch Spaß macht, hat er sich diverse Special Guests eingeladen: Eine Menge beste Freunde, alte Bekannte und Lieblingskünstler kommen ihn besuchen.

Mit Nils Koppruch, Frank Spilker, Spaceman Spiff, Uijuijui, Sven Amtsberg, Friederike Moldenhauer, Stefan Beuse, Nils Mohl, Tina Uebel, Friederike Trudzinski, Gordon Roesnik, Michael Weins, Dierk Hagedorn, Johan Poßin, Stevan Paul, Thorsten Passfeld, Wiebke Lorenz, heyt., Samuel Weiss, Martin Mross, Alexander Posch und Konfetti

 

Wir hoffen sehr, Ihr kommt vorbei. Bei den beiden großen Abendshows natürlich, oder morgens, oder auch mitten in der Nacht. Home is where the Hasenschaukel is!

 

Datum: 10. März 2012 - 11. März 2012

Beginn: 21 Uhr

Ort: Hasenschaukel, Silbersackstr. 17, Hamburg

 

Event auf Facebook


Programm:

21:00

Die große "24 Stunden, 24 Lesungen"-Eröffnungsgala

Benjamin Maack legt los, Nils Koppruch spielt Mutmachlieder

 

22:00

Gemeinsam Schönheit zulassen

Die Verzaubershow mit den Elektrokünstlern und Meistern der Liebe Uijuijui und Benjamin Maack. Musik machen, vorlesen, die Liebe verstehen

 

23:00

Das literarische Wunschkonzert zum mitnehmen

Sven Amtsberg und Benjamin Maack lesen nur für dich! Hör nicht nur deine persönliche Geschichte, nimm sie sogar mit nach Haus. Ein Stück "wir" zum immerbeisichhaben

 

00:00

Midnight Slam mit Maack und Moldenhauer

Mit Slam-MC Friederike Moldenhauer und Benjamin, Benjamin und Benjamin

 

01:00

Die große "Monster"-Grusel-Sause

Mit Stefan Beuse und Benjamin Maack (Taschenlampen und Schlafsäcke bitte selbst mitzubringen)

 

02:00

100 Fragen in 50 Minuten

Investigativ-Autor Nils Mohl nimmt Benjamin Maack in die Mangel

 

03:00

Was kann dein Buch noch?

Lesen, basteln und "mehr" mit den Nachteulen Tina "Uhu" Uebel und Benjamin "Steinkauz" Maack

 

04:00

Vorbildlich!

Benjamin Maack liest die schönsten Texte seiner literarischen Vorbilder

 

05:00

Der Marathon-Maack

60 Minuten Maack, Maack und noch mal Maack.

 

06:00

Wohnzimmerlesung mit Friederike Trudzinski und Benjamin Maack

Im Wohnzimmer von Friederike Trudzinski und Benjamin Maack. Die Autoren reichen Tee

 

07:00

Morgenrot-Geschichten-Bingo

Habt die richtigen Geschichten auf dem Zettel und gewinnt Benjamin Maacks Schlafanzug!

 

08:00

Die große Gordon-Roesnik-macht-Benjamin-Maack-dafür-fertig-wie-mies-sein-Buch-ist-Lesung

Mit Gordon Roesnik und Benjamin Maack

 

09:00

Making of "Monster"

Wie "Monster" wirklich entstand. Featuring: Email-Dialoge, die Benjamin Maack wie einen Psychopaten aussehen lassen und ein langjähriger Freund, der ihn aushalten musste

 

10:00

Breakfast von Champions

Bücher und Brötchen mit den frech verkleideten Superhelden Dierk Hagedorn und Benjamin Maack

 

11:00

Ich habe ein Buch geschrieben, es tut mir leid. Und was bedeutet das alles? Benjamin Maack auf der Couch des Psychologen Johan Poßin.

 

12:00

Die große "Monster"-Kochshow

Mit Stevan Paul und Benjamin Maack

 

13:00

Die große "Monster"-Essshow

Mit Stevan Paul und Benjamin Maack; Ganz spezieller Guest: Thorsten Passfeld mit schönen Liedern im Gepäck

 

14:00

Wie schreibe ich denn nun endlich erfolgreich?

Dozentin: Wiebke Lorenz, Azubi: Benjamin Maack

 

15:00

Some Old Bullshit

Benjamin Maack liest Gedichte und Geschichten, die er in seiner Jugend verfasst hat. Größte Reunion des neuen Jahrtausends: heyt., Benjamin Maacks Zwei-Mann-Band aus der Schulzeit spielt alte Hits. An der Gitarre: Schulfreund Timo Litzenberger

 

16:00

Endlich mal wer anderes

Schauspielhaus-Schauspieler Samuel Weiss liest Lieblingsstellen aus "Monster"; sitzt gerührt daneben: Benjamin Maack

 

17:00

Leseleiche meets Liedsänger

Frank Spilker singt Lieder und spricht vielleicht über die Arbeit an seinem ersten Roman. Benjamin Maack hört zu liest vor

 

18:00

Biuu! Biuuu! "Monster" gegen Literaturklassiker

Mit Martin Mross, Benjamin Maack und einem Elektroschockgerät. Das Publikum darf sagen, wer geschockt wird

 

19:00

Vier vor 24

Schöne Musik von Spaceman Spiff. Ab hier außerdem: Verstärkung von der freundlichen Moderatoren-Ambulanz Michael Weins und Alex Posch. Hängt schon kurz nach Sieben auf halb Acht: Benjamin Maack

 

20:00

Das war Ihr Lesen! Der große "24 Stunden, 24 Lesungen"-Endspurt

Mit Diashow der letzten 24 Stunden, Torte, Konfetti - und Freunden? Bitte.

 

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