Blog 2009

The Story behind... "Gestern war auch schon ein Tag"

Wir freuen uns sehr:

 

Finn-Ole Heinrich

"Gestern war auch schon ein Tag". Erzählungen


Foto: Dylan Thompson
Foto: Dylan Thompson

Viel ist in Finn-Ole Heinrichs Leben passiert, seit sein Debütroman "Räuberhände" 2007 bei uns erschien: Er beendete erfolgreich sein Filmstudium in Hannover, war Stadtschreiber in Erfurt und gewann zahlreiche Preise und Stipendien. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Hamburg, und wir freuen uns sehr, jetzt seinen neuen Erzählband mit acht wahnsinnig guten Erzählungen veröffentlichen zu können.

 

Die Texte, darunter die preisgekrönten Erzählungen "Zeit der Witze" und "Machst Du bitte mit, Henning", sind allesamt in den letzten drei Jahren entstanden. Über die Erzählung "Machst Du bitte mit, Henning" schrieb Clemens Meyer nach einer Lesung: "Hard stuff, immer aktuell - sowas brauchen wir!"

 

Ganz besonders aufwändig war die Herstellung des Buchcovers - der Aufwand, der dahinter steckt, ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen. Finn-Ole Heinrich und Dylan Thompson haben das Ganze selbst zusammengebastelt, daher hier mal ein bisschen Making-Of in Finns eigenen Worten:

 

"am anfang war die idee, wieder ein foto als cover haben zu wollen.
ich war auf sylt, habe viele fotos gemacht von der landschaft und immer wieder den horizont. zuhause habe ich ein paar davon aneinander geklebt, immer horizont an horizont. herausgekommen ist dabei eine unwirkliche, aber faszinierende, scheinbar endlose landschaft.
dann hatte ich die idee mit der mauer. ein bild für das, worum es in vielen geschichten geht: die unübersichtlichkeit, das nicht-wissen, wie es weitergeht, was passiert nach dem, was gerade passiert ist. der wunsch, sich einen überblick zu verschaffen, über die mauer sehen zu können, auch wenn es dahinter womöglich nicht allzu gut aussieht.
arbeitstitel des buches war lange zeit: die häufigkeit der einschläge. bildlich war das auch die nächste idee - ein mensch, der vom himmel fällt und in den boden einschlägt. die visuelle überspitzung dessen, was den meisten figuren im buch auch passiert.

also habe ich meinen kumpel und kameramann dylan angerufen und gefragt, ob er zeit hätte, für zwei tage fotos mit mir zu machen. hatte er. meinen besten freund und mitbewohner fuhsti habe ich im gleichen zug als foto-, akt- und cover-model verpflichtet (und er hats 23 mal aufs cover geschafft - ist das eigentlich ein rekord, frage ich mich? kommen wir ins guiness-buch?).
mit eher vagen ideen, ein paar schrägen kostümen und einer kamera sind wir dann durch den süden hamburgs gezogen und haben: fotografiert.
die wand, landschaften, vögel, alles in einzelbildern. fuhsti in den verschiedensten posen und kostümen:
"ej, aber meinen fuß, den dürft ihr auf keinen fall irgendwie groß aufs cover machen, ne? der ist so hässlich!"
"nee, nee, fuhsti, mach dir keine sorgen. versprochen!"
"fuhsti, zieh dich aus!"
"was? wie: zieh dich aus?"
"na, mach schnell, da kommen leute!"
"wie: ausziehen?"
"unterhose kannste anlassen!"
"oh, danke!"
"ja, und stell dich auf die zehenspitzen"
"sonst noch wünsche?"
 
und ganz nebenbei haben wir auch noch alle pressebilder dieser saison geschossen, dazu hat fuhsti unseren schrammeligen badezimmerspiegel gehalten und mir in die fresse geblendet - sowie die fotos, die jetzt das cover des hörbuchs zieren.

immer wieder hab ich gesagt:

"dylan, hier, mach mal fotos von diesem und jenem, von mir, von fuhsti, von wasweißich."

und dylan: "äh, was? für welches der drei vorhaben jetzt?"

und meistens war ich mir selbst gar nicht restlos sicher.

 

"geil, voll die schönen büffel. mach mal n bild, dylan."
"vom büffel?"
"ja, von mir und dem büffel."
"warum?"
"weiß nicht."
"ich meine: für welches projekt?"
"für meine oma."
"äh, willst du jetzt ins gehege steigen oder was?"
"nö, ich tanz davor so rum."
"ich kapier das nicht."

"ich auch nicht. ich bin einfach der, der mit dem büffel tanzt und du der typ mit der kamera. jetzt mach."



Fotos vom Shooting:

"am ende der zwei tage hatten wir drei gigabyte fotos und noch einen langen weg vor uns:
in ca. zwei wochen mühsamer kleinarbeit haben wir das buchcover langsam aus den massen von fotos herausgeschält.
haben erst alle einzelteile ausgeschnitten und zusammengefügt zu dem bild, das uns inzwischen wenigstens ungefähr vorschwebte. eine wand, ihre vorder- und rückseite mit sehr unterschiedlichen stimmungen, sonnig schön und aufgeräumt, überschaubar, sicher und harmonisch mit vögeln am himmel auf der vorderseite; düster, bedrohlich, mit vom himmel stürzenden und in den boden einschlagenden menschen auf der rückseite. auf der mauer, der trennlinie, menschen, die versuchen, einen ausblick auf das zu bekommen, was hinter der mauer liegt ...
als wir das foto dann fertig hatten, haben wir - getreu meiner ursprungsidee von sylt - das ganze gesamtbild wieder in einzelne fotos unterteilt und diese in der schnellentwicklung
drucken lassen. (in der letzten stunde am samstagabend bei saturn potsdam - am nächsten montag ist dylan für zwei monate nach amerika gereist. in der verlagsvorschau, die natürlich noch viel früher in druck musste, ist noch das rohe, saubere, nicht geschnittene ausgangsbild zu sehen). diese einzelbilder haben wir in den verschiedensten varianten zerstört - sind darauf herumgelaufen, haben sie angezündet, zerkratzt, bespuckt, beschimpft, eingegraben und ausgelacht und schließlich wieder zusammengeklebt - um diese zusammengeklebte version dann abzufotografieren. und, tadaa, da war es plötzlich: das cover!"


Hier ein paar Eindrücke davon:


Und das fertige Buch:

Finn-Ole Heinrich
Gestern war auch schon ein Tag

Erzählungen
Hardcover
160 Seiten

 

Alle offiziellen Infos zum Buch und weitere Fotos

 

Und ab sofort kann man es auch bestellen - am liebsten natürlich über unseren Shop.

Aber auch über den Buchhandel.






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The Story behind... "Monsieur, der Hummer und ich"

Dürfen wir vorstellen: Stevan Paul.

Foto: S. Malzkorn
Foto: S. Malzkorn


Man wundert sich ja, was Stevan Paul alles macht:

Jahrelang haben er und sein Kollege Sven Heine dem Hamburger Publikum mit der Lesereihe Kaffee.Satz.Lesen die wunderbarsten Sonntagnachmittage beschert und ihm dabei ganz unauffällig bekannte Autoren und spannende Talente nahegebracht.

Daneben ist der gelernte Koch auch als Foodstylist für Zeitschriften und Verlage tätig - wenn man in der eigenen Küche nachschaut,  gibt es sicher das ein oder andere Produkt, auf dessen Verpackung eine von Stevans Kreationen zu sehen ist.

Aber bundesweit kennt man ihn am ehesten als Blogger: Unter dem Namen Herr Paulsen bringt er uns in seinem Kiosk nicht nur Kultur- und Musiktipps, sondern schreibt auch das vielgelesene Foodblog Nutriculinary.

 

Nun gibt es aber noch eine weitere, ganz besondere Seite an Stevan Paul: Er ist nämlich auch ein sehr guter Autor. Klar, einige seiner wunderbaren Erzählungen kannten wir schon lange. Aber erst so nach und nach fiel auf, dass in fast allen ein Essen, ein Rezept oder eine Küche vorkamen. Und als Stevan dann mit der Idee ankam, die besten seiner Texte mal zu einem Buch zusammenzufassen, waren wir erst etwas zurückhaltend: Ob Erzählungen zum Thema "Kochen" zu mairisch passten?

Aber nach dem Lesen wurde schnell klar: Sie passen ganz hervorragend. Die literarisch-verspielte Art Stevan Pauls, die immer ein Augenzwinkern parat hat, und seine Kompetenz und sein Wissen auf dem Gebiet des Kochens waren einfach zu bestechend, dazu die 17 Schwarz-Weiß-Fotos von den Gerichten in Ihren Reinzuständen - es fügte sich fast wie von selbst zu einem ganz und gar runden Erzählband zusammen. Einem Erzählband, der diesmal noch ein paar Extras hatte: Fotos und Rezepte. Geboren war: "Monsieur, der Hummer und ich". Erzählungen vom Kochen.

 

Nun ging es noch darum, dem Ganzen einen angemessenen Rahmen zu geben.

"Ihr macht ja sonst auch sehr schöne Bücher - aber dieses hier muss so schön werden, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen will!", meinte Stevan Paul. Da hatte er Recht.

 

Wir klopften also bei Anja Neuefeind (www.konzeptundgestaltung.de) an, die auch schon die beiden pressplay-Anthologien gestaltet hatte. Sie hat nun eines unserer schönsten Bücher entworfen:

Ein Hardcover, gebunden mit einem Überzug aus sandbeigem Feinleinen, mit einem geprägtem Titelschriftzug, mit geradem Rücken und einer Sonderfarbe, die sich vom Cover übers Vorsatzpapier bis hin zu den Überschriften im Innenteil zieht. Dazu die 17 Fotos.

 

Zum Schluss fehlte noch das Hummerfoto fürs Cover. Aber in keiner Bilddatenbank gab es einen Hummer, dessen Flossen und Arme unverletzt waren und der in der richtigen Position in die Kamera "schaute". Aber auch hier fanden wir in Stevan Paul natürlich den richtigen Ansprechpartner: In einer Nacht- und Nebelaktion wurde ein Hummer organisiert, gekocht und abfotografiert. Und schon gings ab auf die Titelseite. (Gegessen haben ihn dann Stevan und seine Frau, glauben wir...).

 

Man sollte die Geschichten lieber nicht hungrig lesen, es sei denn, man möchte die Rezepte sofort nachkochen. Wie etwa das Lammcurry, das schon Elvis Presley schmeckte - ist wahr, steht alles in "Wie das Al Shugaab in den Westen kam".

Oder wenn der Grieche Demis in "Der Tanz der Schlachter" in seinem Schrebergarten die Nachbarn zu einem ausgelassenen Fest einlädt und sie dabei diese besondere Knoblauchcreme "Skordalia" essen, von der man schon immer wissen wollte, wie sie gemacht wird: Einfach gleich ausprobieren, das Rezept ist dabei. 

Und für "Sonntagsnachmittagstrinker" gibts auch was: Kaffeelikör à la Einstürzende Neubauten.

 

Wir freuen uns sehr. Dürfen wir vorstellen:

Stevan Paul
"Monsieur, der Hummer
und ich"

Erzählungen vom Kochen
Hardcover in Feinleinen

17 Texte mit Rezepten und Fotos
176 Seiten



--> Mehr Infos zum Buch & Termine Lesungen

 

Und ab sofort kann man es auch bestellen - am liebsten natürlich über unseren Shop.

Aber auch über den Buchhandel.



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